Heilende Wirkung von Specksteinen

Speckstein ist in vielen Arzneien und Kosmetika als Trägermittel enthalten. Talk ist sehr gut hautverträglich, er lindert Jucken und Hautrötungen, Sonnenbrand und Allergien. Zudem kräftigt er das Gewebe und die Muskulatur der Haut, erhält sie feucht, geschmeidig und macht sie deshalb resistenter gegen Ausschläge, Reizungen, Ekzeme – bestes Beispiel ist jenes berühmte weiße Puder, das man Säuglingen auf ihren geröteten Allerwertesten streut. Von diesen positiven Wirkungen wussten bereits die Heiler im antiken Hellas, denn gerne verordneten sie Talkmehl gegen Hautreizungen oder, aufgelöst in Wasser, bei Übelkeit und Magenkatarrh.
Auch die Bader im Mittelalter kannten eine Schweinefett-Talk-Creme und empfahlen Rittern den Talkpulvertrank, wenn sie nach fetter Beute auf den Kreuzzügen, maßlos überfressen, Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen plagte.

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Überhaupt war man bis ins 14., 15. Jh. der Gesundheit und Körperpflege wohlgesonnener als in der darauf folgenden Neuzeit, als im Alltag plötzlich nur mehr Hände und Gesicht benetzt wurden. Denn galt das Baden im warmen Wasser nun als schädlich. Es förderte, wie mancher Medikus meinte, nicht nur die Öffnung der Hautporen (und so die Empfänglichkeit für giftige Ausdünstungen), sondern zerstöre auch deren Struktur. Weshalb ja der Mensch des Barock wie eine Katze das Wasser scheute, wochenlang sein von Schorf, Läusen und Ekzemen geplagter Skalp unter einer prächtig schimmernden Lockenperücke dunstete, und sich Wangen, Stirn und Hals allmorgendlich, anstatt sie zu waschen, kräftig puderte. Damit die Haut einen dauerhaften mehligen Teint bekam, gab man zum Talkpuder Bleiweiß- und Quecksilberverbindungen hinzu – was über kleinste Wunden in die Blutbahnen gelangte, und manchen allzu eitlen Pfau langsam vergiftete.

Der Körperpflege wohlgesonnen

Keineswegs verschweigen sollte man in einer Werbeschrift die verjüngenden Eigenschaften des pulverisierten Talksteins (Talkum), denn bei regelmäßiger Anwendung glättet es Schrumpeln und Fältchen der Haut und gibt ihr einen klaren, zarten Teint. Manche Historiker munkeln gar, Kleopatra, die unwiderstehlich schöne makedonische Gespielin Caesars, hätte ihren liebreizenden Leib zwecks täglicher Verschönerung nicht in Eselsmilch gebadet, sondern in einer milchweißen Talksteinlake.

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